Präzisionsoptiker aus Leidenschaft

Wir stellen René Zünd, Geschäftsleiter der Feinwerkoptik Zünd AG und verheirateter Vater von zwei Töchtern, einige Fragen:

Wie sind Sie zur Feinwerkoptik Zünd AG gekommen?

Mein Vater hat das Unternehmen 1991 als Familienunternehmen in Buchs SG gegründet, als ich 11 Jahre alt war. Schnell merkte ich, dass mir das Schleifen der Linsen an meinen freien Mittwochnachmittagen nicht nur wegen des kleinen Taschengeldes Spass machte. Ich hatte mich bei der ersten Berührung in das Material Glas und in die Optik als Branche verliebt. Sobald ich also 16 wurde, habe ich eine Lehrstelle bei Leica Microsystems als Feinwerkoptiker angefangen. Gleich danach habe ich Systemtechnik studiert und einen Master in optischer Systemtechnik gemacht. Nach einer Anstellung als Optical Designer bei Leica in Heerbrugg von 2005 bis 2011, währenddessen ich chirurgische Mikroskope für die Ophthalmologie entwickelt habe, bin ich dann 2012 in das Unternehmen meines Vaters gekommen. Ich wollte nicht mehr nur Dinge entwickeln, sondern faszinierende, miniaturisierte Optik- und Photoniksysteme selbst produzieren.

Was macht die Feinwerkoptik Zünd AG aus?

Seit meiner Ankunft 2012 haben wir versucht, die Wertschöpfungskette von der reinen Lohnfertigung optischer Komponenten auf die Entwicklung und Herstellung von optischen und optomechanischen Baugruppen auszuweiten.

Unsere Baugruppen werden vom Kunden in Produkte und Geräte integriert – z.B. in ein Endoskop für chirurgische Eingriffe am Menschen. Unsere Baugruppen sind also sehr unscheinbar und gleichzeitig essenziell, um wichtige Funktionen – wie das Sichtbarmachen der Anatomie des Menschen bei minimalinvasiven Operationen – zu ermöglichen.

Deshalb haben wir unsere Mission wie folgt zusammengefasst:

1. Enable with Photonics

2. Smaller – Smarter

Das heisst, wir wollen mit Photonics wichtige Funktionen von Produkten ermöglichen, wobei wir den Schwerpunkt auf die Miniaturisierung setzen und smarte Baugruppen schaffen.

Die Zusammenarbeit mit unseren Partnern ist uns enorm wichtig, weshalb wir die Interessen unserer Kunden und Mitarbeitenden stets in alle Entscheidungsprozesse einfliessen lassen. So schaffen wir eine gemeinsame Vertrauensbasis.

Wie entstand der Fokus auf Miniaturisierung?

Die Miniaturisierung ist ein «Megatrend» und insbesondere bei medizinischen Anwendungen unersetzlich. Bei einem chirurgischen Eingriff kommt es auf jedes Milligramm Gewicht und jeden Millimeter Grösse bei der Ausrüstung an, um den Körper nicht unnötig zu verletzen. Mit unserer Technologie versuchen wir, auf reduziertem Raum und mit reduziertem Energieverbrauch so viele Funktionen wie möglich unterzubringen. Für die Entwicklung und Produktion solcher miniaturisierten Komponenten braucht es Fachwissen und Werkzeug, das wir uns über die letzten 30 Jahre erarbeitet haben. Deshalb finden sich Komponenten aus unserer Werkstatt in chirurgischen Robotern und in Kamerasystemen in OPs.

Was waren bislang die grössten Herausforderungen als Geschäftsführer?

Die grösste Herausforderung bislang stellte für uns die Währungskrise zwischen Schweizer Franken und dem Euro 2015 dar. Auch die Corona-Pandemie hat den Gesundheitssektor stark getroffen. Dank Kurzarbeit und hoher Flexibilität seitens der Mitarbeitenden können wir jedoch positiv in die Zukunft blicken.

Zum Schluss: Wo holen Sie sich Ihre Energie her?

Meine Frau, die ich vor 8 Jahren geheiratet habe, meine beiden kleinen Töchter sowie jede Menge Sport und Bewegung geben mir viel Kraft. Ich versuche diese zu nutzen, um meinen Job als Geschäftsleiter für mich und meine Mitarbeitenden nach bestem Gewissen auszuführen. Ausserdem habe ich meine Leidenschaft für die Optik seit meiner Jugend nie verloren und bin unglaublich gespannt darauf, was die Zukunft bringt.

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